Archiv der flüchtigen Dinge

Beim ersten öffentlichen Aufbau des Archivs der flüchtigen Dinge erzählen theatrale Bruchstücke vom Verschwinden und Bewahren. Ein Gedanke löst sich in Wasser auf, wird in Noten übersetzt und erstarrt zu Eis. Währenddessen tickt die Eieruhr, wächst die Kresse und stellt sich die Frage nach der Flüchtigkeit.

Es entsteht und vergeht – das Archiv der flüchtigen Dinge ist selbst flüchtig. Doch nur um anderorts neu aufgebaut zu werden, in anderer Form, mit anderen Farben und Fragen.

Das Projekt von Meret Kiderlen setzt sich aus mehreren Kollektiv- und Soloarbeiten zusammen; theatrale Skizzen, zum Verhältnis Flüchtigkeit – Archivierung, an denen jeweils unterschiedliche Studierende und Künstler beteiligt sind. Im Frühsommer 2011 ist eine filmische Ideen entstanden – Skizze # 1 – und im September wurde im Leipziger UT Connewitz die installative Performance „Archiv der flüchtigen Dinge – Skizze # 2“ aufgebaut. Geplant ist außerdem eine Soloperformance und eine Installation mit aktiver Zuschauerbeteiligung bevor das Projekt dann in einem finalen, alles umfassenden Gesamtwerk enden soll, in Stein gemeißelt, immer während…

Die Beschäftigung in vorherigen (von arholics e.V. unterstützten) Projekten von Meret Kiderlen mit den Verschwundenen im mexikanischen „Drogenkrieg“, der wachsenden Zahl an Wahrscheinlich-Toten, Halb-Toten hat die aktuelle Auseinandersetzung mit dem Flüchtigen zunächst angestoßen und schwingt weiterhin mit. Gleichzeitig ist Flüchtigkeit ein wichtiges Element des Performativen in der Kunst, die zwischen Einmaligkeit und Ewigkeitsansprüchen unruhig pendelt.

Artoholics e.V. unterstützte die Arbeit an der Installativen Performance von und mit Figen Aksoy (Pianistin), Meret Kiderlen (Masterstudentin), Irma Mandler (Schauspielerin), Andreas Mihan (Lichtkünstler und Regisseur) und Isabelle Zinsmaier (Bachelorstudentin)